






„Nur wer richtig kämpft, ist auch ein Meisterschaftskandidat“, lobte Interimstrainierin Mona Brechtel zumindest den Kampfgeist ihrer Mannschaftskameradinnen nach dem hart umkämpften 19:22 Auswärtssieg gegen die HSG Lussheim.
Lussheim war in der vergangenen Spielzeit zusammen mit dem TSV Amicita Viernheim in die 1. Kreisliga aufgestiegen, findet sich dort aber nur auf dem sechsten Tabellenplatz wieder. Dass Lussheim in der Hinrunde dem direkten Viernheimer Verfolger auf dem zweiten Tabellenplatz, der TG Laudenbach, mit einer Niederlage einen Stolperstein in den Weg legte, stellten das Team nunmehr erneut unter Beweis: In der glanzlosen Partie wackelte der Tabellenprimus gehörig, doch zum Sturz kam er nicht.
Glücklicherweise ahndete der Unparteiische harte Vorgehensweise sowohl im ersten Durchgang, als auch in der zweiten Hälfte auf beiden Seiten gleichermaßen mit Zeitstrafen. Und so überschlugen sich die Ereignisse zwischen der 53. und 55. Spielminute. Steffi Osada musste bereits in der ersten Halbzeit infolge zweier Zweiminutenstrafen auf der Bank Platz nehmen. Daher entschied sich Brechtel für einen taktischen Angriff-Abwehrwechsel von Osada und Jacqueline Fuchs, die ihre Aufgabe mit Bravour löste. Doch für die letzten Spielminuten wurde Osadas Defensivaufmerksamkeit benötigt. Prompt fing sie einen Ball heraus, wurde jedoch im Tempogegenstoß rüde angegangen. Es folgte die erste Zeitstrafe gegen Lussheim. Die gleiche Szene bot sich einen Angriff später, als Sarah Beller zu Fall gebracht wurde. Doch nun zögerte der Schiedsrichter nicht lange und bestrafte Vanessa Schmidt mit einer Disqualifikation. Daraufhin erhitzen die gegnerischen Gemüter so sehr, dass auch noch eine weitere Spielerin für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen musste. Somit befanden sich die Viernheimer knapp zwei Minuten in dreifacher Überzahl. Dies reichte, um aus dem 19:18 Rückstand den Ausgleich zu machen (19:19) und auch die Führungs- und Siegtreffer zu erzielen.
Dem letzten Gleichstand ging eine Partie mit Licht und Schatten voraus: Der Dreh- und Angelpunkt der körperlich überlegenen Lussheimer befand sich auf der linken Angriffsseite. Dort wurde das Spiel auf Rückraumspielerin Katharina Sterzenbach ausgerichtet, die fast nach Belieben den Ball im Viernheimer Gehäuse einnetzte bzw. Schmidt auf Linksaußen gekonnt in Szene setzte. Gegen diese beiden Spielerinnen, die den Viernheimer mehr oder weniger aufgrund ihrer 16 Treffer Paroli bieten, war in der Viernheimer Defensive in der ersten Halbzeit kein Gras gewachsen. Nach dem 1:0 führte die HSG beim 5:2 erstmals mit drei Toren. Beim 5:6 hatte Viernheim wieder aufgeschlissen, sah sich aber beim 11:8 wieder im Hintertreffen. Die Halbzeitpause wollte Viernheim nicht mit einem Rückstand antreten und bäumte sich erfolgreich auf: Nach dem 12:12 wusste sich Lussheim gleichzeitig mit dem Halbzeitsignal nur mit einem siebenmeterwürdigen Foul zu helfen. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt und Julia Fischer erhöhte auf 12:13. Beim 12:15 nach Wiederanpfiff hätte Viernheim den Sack zu machen müssen, doch an diesem Spieltag war einfach der Wurm drin: So gewann Lussheim nun wieder Überhand und schaffte beim 16:16 erstmals wieder den Ausgleich. Der Jubel fiel noch lauter aus, als der Treffer zur 19:18 Führung gelang. Am Ende wechselte dieser Gemütszustand dann aber doch die Gesichter: Verständnislosigkeit auf Seiten der HSG Lussheim, die den sicher geglaubten Sieg doch noch aus der Hand gaben, und Freude und Erleichterung beim TSV Amicita Viernheim, die sich erneut durch enormen Kampfgeist zu einem Sieg retteten.
Eine Leistungssteigerung muss die Viernheimer Truppe allerdings am nächsten Sonntag auf dem Parkett der Waldsporthalle zeigen: Mit Spannung wird um 18.30 Uhr das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten aus Laudenbach erwartet.
Aufstellung: L. Komforth und T. Froschauer im Tor, K. Stern, S. Salzmann (3), A. Göth, S. Schwarz (1), C. Osada (3), S. Osada (8/2), S. Vrdoljak, J. Fischer (5/1), S. Beller und J. Fuchs.
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