






Spitzenspiel der 1. Kreisliga endet mit gerechter Punkteteilung
Auf der einen Seite wurde gefeiert, die andere Seite ließ die Köpfe hängen und das Publikum atmete nach dem 60-minütigem Handballkrimi erleichtert auf:
Das Spitzenspiel der 1. Kreisliga zwischen dem Tabellenführer aus Viernheim und dem direkten Verfolger aus Laudenbach wurde seinem Namen absolut gerecht, auch wenn es erneut keinen Sieger gab. Beim 18:18 Endstand profitierten die Gastgeberinnen in der Waldsporthalle einmal mehr von dem gewissen Quäntchen Glück, mit dem Steffi Osada zehn Sekunden vor Spielende der Treffer zum alles entscheidenden Ausgleich gelang. Der Gästetrainer wollte infolge einer Auszeit durch taktische Anweisungen eine positive(re) Bilanz ziehen, doch der Ball landete im Aus.
Auf Seiten des TSV/Amicitia bemühte sich die Damenmannschaft vor der Partie um einen Interimstrainer. Immerhin wusste es um die Brisanz der Partie Bescheid und hat weiterhin auch die verletzungsbedingten Personalsorgen zu verdauen, während Laudenbach seinen ohnehin schon starken Rückraum während der Winterpause noch aufrüstete. In allerletzter Sekunde gab Volker Reinhard, der in früheren Jahren selbst schon Trainer oder Co-Trainer des Seniorenteams war, sein „ja“ und leitete das Team in der zum Teil nervenaufreibenden Partie. Die Spielerinnen dankten ihm bei der abschließenden Kabinenansprache mit Applaus und er schien nicht abgeneigt, seine Schützenhilfe auch in einer der nächsten Partie anzubieten.
Wie schon in den vergangenen Spielen kam die Angriffsformation der Viernheimer nicht richtig in Fahrt und verpasste es immer wieder, sich auf mehr als zwei Tore abzusetzen und der TG Laudenbach so frühzeitig den Schneid abzukaufen. Dafür wechselte die Führung zwischen den Tabellenführern der 1. Kreisliga immer hin und her. Das erste Tor gelang den Gästen, ehe Senta Salzmann von Linksaußen für Viernheim egalisierte. Doch bis zum 1:3 beherrschte der Tabellenzweite die Partie. Dann legte sich auch die Viernheimer Nervosität und unter frenetischem Jubel fiel nicht nur der Ausgleichstreffer, sondern auch das Tor zu ersten Viernheimer Führung, 4:3. Dank der über lange Strecken sehr sicheren Abwehr und Treffsicherheit in der Offensive gab es bis zum 8:5 einen ersten Hoffnungsschimmer, dass sich das Spiel schon frühzeitig zugunsten des TSV/Amicita neigt. Doch wieder einmal baute das Team nicht auf seiner Stärke auf, sondern ließ seinen Gegner wieder gleich ziehen 9:9. Mit einer hauchdünnen Führung vom 11:10 wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Halbzeitpause war Viernheim zunächst hellwach und erhöhte zum 13:10. Ab der 36. Spielminute liefen sie einer gehörigen Pechsträhne hinterher: Zum einen wurde der Torerfolg immer durch Pfosten und Latte verhindert und zum anderen war sich der Unparteiische im Regelwerk auf einmal nicht mehr sicher. Eindeutige Fouls wurden nicht geahndet, dafür bestrafte er die wendige Julia Fischer fälschlicherweise mit einem Stürmerfoul. Laudenbach ließ sich natürlich nicht zwei Mal bitten und hatte den Rückstand im Nu in eine Führung von zwei Toren (13:15) umgewandelt. Erst als der Schiedsrichter auf den Siebenmeterpunkt zeigte, brach Steffi Osada die Torflaute und Viernheim kam zurück ins Spiel. Beim 16:16 war der größte Kraftakt vollzogen und der Ausgleich wieder hergestellt. Nach dem 17:18 drohte die TGL erneut auf zwei Tore davonzuziehen, doch auch jetzt erwies sich das Viernheimer Torhütergespann wieder einmal als bärenstarker Rückhalt: Laura Komforth leitete den gegnerischen Konto an das Lattenkreuz und schickte so ihre Vordermannschaft auf dem Weg zum umjubelten 18:18 Endstand.
Somit bleibt es weiter spannend in der 1. Kreisliga: Viernheim bleibt mit drei Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenrang und bestreitet am kommenden Samstag das nächste Heimspiel gegen die HSG Hemsbach/Sulzbach, die momentan auch eine Siegesserie zu verzeichnen hat.
Aufstellung: L. Komforth und T. Froschauer im Tor, K. Stern, S. Salzmann (1), A. Göth, S. Schwarz (2), C. Osada (1), S. Osada (11/6), J. Fischer (1), S. Beller (1), S. Eder (1), J. Fuchs, J. Wendel und A. Hofmann
Laura Komforth
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