






Handball: Erster Heimsieg ausgerechnet gegen Heddesheim
Viernheim. "Derbysieger, Derbysieger", freuen sich die Viernheimer Handballer. Drei Minuten vor Ende des Spiels gibt es im blau-grünen Fanblock kein Halten mehr. Die Zuschauer stehen auf, sie klatschen und jubeln den Badenligaspielern zu, die gerade ihren ersten Heimsieg klar gemacht haben. Und das ausgerechnet im Derby gegen den Meisterschaftsmitfavoriten SG Heddesheim. Nach der jüngsten Niederlage beim Schlusslicht SG St. Leon hatte kaum einer auf die Viernheimer gesetzt - und dann schießen die Mannen von Mirco Ritter und Frank Schmitt die Heddesheimer "Löwen" aus der Halle. 33:24 heißt es am Ende eines packenden Spiels, das der TSV Amicitia dank eines enormen Willens gewonnen hat.
In der Tabelle haben sich die Gastgeber auf Platz elf verbessert. Was die Viernheimer Spieler zuletzt an Einsatz vermissen ließen, machten sie im Derby mehr als wett. Von Beginn an herrscht eine andere Körpersprache bei den Viernheimern - gleich die erste Parade von Torwart Niki Hoffmann wird von der Bank lautstark bejubelt. Für den Schlussmann wird das Spiel gegen seinen ehemaligen Verein das beste als Viernheimer Torwart, der Keeper sichert seinem Team mit unzähligen Paraden den Sieg.
Auffällig ist die Taktik des TSV Amicitia: Das Trainerduo Ritter/Schmitt wechselt kaum. Die ersten Sieben stehen zunächst länger ununterbrochen auf dem Feld, dann kommt Hees ins Spiel, später wechselt sich Trainer Ritter ein. Es sind gerade mal neun Spieler im Einsatz, die sich von Beginn an auf Augenhöhe mit den Heddesheimern präsentieren.
In doppelter Unterzahl gleicht Markert zum 6:6 aus, dann nutzt Heddesheim den Vorteil zum 6:8. Aus dem 8:10-Rückstand machen die Viernheimer eine eigene 11:10-Führung. Vielleicht entscheidend ist die Aktion unmittelbar vor der Pause: Beim 12:12 gibt es Siebenmeter für Heddesheim - und Hoffmann pariert den Strafwurf von Martin Doll. Das gibt Auftrieb für die zweiten 30 Minuten, als der TSV Amicitia loslegt wie die Feuerwehr.
Fünf Minuten lang Schaulaufen
Jost, Bernhardt und Markert werfen unter dem Jubel der Viernheimer das 15:12 heraus, Zöller und Müller erhöhen nach dem Anschlusstreffer auf 17:13. Doch die Heddesheimer kommen heran, nach der Roten Karte für Müller wegen der dritten Zeitstrafe schaffen die Gäste das 21:20. Doch anders als so oft in dieser Saison brechen die Viernheimer nicht ein, bleiben dran - und werden belohnt.
Nach Toren von Hees (2), Markert (2) und Jost heißt es 26:21. Die "Löwen" mühen sich vergeblich ab, nach dem 28:24 stecken sie auf. Und der TSV Amicitia nutzt die letzten fünf Minuten zum Schaulaufen für die begeisterten Fans: Hees, Bernhardt und Markert erzielen fünf Treffer in Serie zum 33:24-Endstand, die Schlusssirene ist im grenzenlosen Jubel nicht mehr zu hören.
TSV Amicitia: Hoffmann; Markert 9, Zöller 5, Müller 3, Bernhardt 5, Jost 3, Tunkl 3/2, Hees 5, Ritter (nicht eingesetzt: Frohn, Peiter, Deckert, Kempf, Lessle). su
Quelle: Südhessen Morgen - 19. Dezember 2011
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