Einiges vorgenommen hatte sich Matthias Kolander mit seiner Mannschaft für das Gastspiel beim TSV Rot. Immerhin musste man zuletzt zwei hauchdünne Niederlagen einstecken.
Zusätzliche Motivation lieferte dann auch noch die Tatsache, dass die Roterinnen, entgegen der eigentlichen „Handballer-Mentalität“ der Hilfsbereitschaft, nicht gewillt waren die Südhessinnen, die ihr Harz vergessen hatten, von ihrem Klebestoff partizipieren zu lassen.
Dementsprechend konzentriert gingen die Viernheimerinnen von der ersten Sekunde in die Begegnung. Zwar konnte Evelyn Hoffmann, im Hinspiel noch eine der tragenden Säulen im Roter Spiel, das 0:1 von Steffi Dietrich egalisieren, doch in der Folge viel ihr genauso wenig wie ihren restlichen Mitspielerinnen ein, um die aggressive, aber nie unfaire, Deckung der Südhessinnen zu überwinden. Gelang dennoch mal ein Durchbruch, war der Torabschluss meist einfache Beute, der einmal mehr sehr gut aufgelegten Vanessa Reinhard im Viernheimer Tor. Auch überharte und etwas ungleich verhängte Zwei-Minuten-Strafen, die Viernheim bereits in der vierten Spielminute in Unterzahl zwangen, konnten die TSV’lerinnen von ihrem Weg abbringen: Über die Spielstände 2:5, 4:9 und 6:10 betrug der Viernheimer Vorsprung zum Halbzeitpfiff bereits fünf Treffer (10:15). Neben der ordentlichen Defensivarbeit fand der Ball insbesondere über einfache Rückraumtore oder im Zusammenspiel mit den Kreisläuferinnen häufig den Weg ins Roter Tor. Im zweiten Spielabschnitt wollte man nicht weniger konzentriert zu Werke gehen und hatte beim 15:22 in der 40. Spielminute den Vorsprung weiter ausgebaut. Einzig Sarah Knopf, die auffälligste Roter Spielerin, stellte die Abwehr der Südhessinnen mit ihren acht Treffern immer wieder vor Herausforderungen. Da der Roter Deckungsverbund aber mindestens genauso leicht und lediglich mit banalen Stoßbewegungen auszuhebeln war, konnte man den Abstand gar auf neun Tore Differenz ausbauen (18:27/50.). Erfreulich dabei: Auch der Viernheimer Youngster Pia Neuhäuser hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt mit einem blitzsauberen Tor von der Linksaußenposition in die Torschützenliste eingetragen. Spätestens rund acht Minuten vor Schluss, als Viernheim das 19:28 besorgte, war das Spiel endgültig entschieden. Beide Teams nahmen in den letzten fünf Spielminuten zwar noch eine Auszeit, aber sicher mehr, um ihren Teams eine kurze Verschnaufpause zu gönnen, als tatsächlich mit der Absicht das Spielgeschehen noch einmal wesentlich beeinflussen zu können. Daran, dass Viernheim das Feld als Gewinner verlassen würde, konnten auch die größten Pessimisten keinen Zweifel mehr haben. Letztendlich ließ bei den Südhessinnen in den letzten eineinhalb Minuten zwar etwas die Konzentration nach, aber der 26:29 ist mehr als schmeichelhaft für an diesem Tag äußerst schwache Roterinnen, die zu keiner Sekunde nur den Hauch einer Siegchance hatten.

Für den TSV Am. Viernheim spielten:
Vanessa Reinhard; Béatrice Leuthner, Elisa Leusmann (1), Steffi Dietrich (12/1), Pia Neuhäuser (1), Julia Fischer (2), Lisa Stein (1), Lara Günther (1), Vivienne König (4), Franziska Matthias (2), Lena Schaal und Tamara Mohr (5)

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