Die Vorzeichen standen alles andere als günstig, um das Derby beim TV
Schriesheim zu bestreiten:
Zu den Langzeit-Ausfällen von Sarah Bäcker, Anna Elfner, Jennifer Mieley und
Lara Günther, gesellten sich am vergangenen Samstag mit Luisa Hoffmann und
Béatrice Leuthner weiterhin zwei Kranke. Elisa Leusmann und Vivienne König
waren beide privat verhindert. Somit musste Trainer Matthias Kolander praktisch
den Ausfall einer gesamten Mannschaft kompensieren. Umso erfreulicher, dass
die 16-Jährige Pia Neuhäuser zu ihrem Badenliga-Debüt kam und sich mit Larissa
und Angelina Geißinger zwei Spielerinnen aus dem „Handball-Ruhestand“ bereit
erklärten in die Bresche zu springen.
Somit war klar, dass das von der Papierform her eindeutige Derby –Viernheim als
Spitzenreiter und Schriesheim als Vorletzter- tatsächlich viel enger verlaufen
könnte, als es die Tabelle prognostizieren ließ. Julia Fischer warf ihre Farben in
Front. Doch Schriesheim, deren taktische Ausrichtung insbesondere auf
erfolgreich vorgetragene Gegenstöße ausgerichtet war, egalisierte postwendend
zum 1:1. So ging das Spielchen bis zum 4:4 weiter, ehe die Südhessinnen sich
durch Treffer von Lisa Stein und Celine Schütz auf 4:6 absetzen konnten.
Beim 5:7 durch Steffi Dietrich war das zwei-Tore-Polster wiederhergestellt und als
Tamara Mohr gar zum 7:10 einnetze, schien es, als ob sich die Viernheimerinnen
nun etwas absetzen könnten.
Das war sicherlich auch ein Resultat einer Abwehrumstellung: Agierte Viernheim
zu Beginn der Begegnung häufig zu passiv, verunsicherte man die
Gastgeberinnen durch die offensiver ausgerichtete 5:1 Deckung des Öfteren und
konnte Ballverluste im Schriesheimer Angriff provozieren. Doch auch der
Viernheimer Offensiv-Motor geriet etwas in Stocken, da die Südhessinnen die
benötigte Laufbereitschaft vermissen ließen und somit das Spiel häufig zu
statisch aufzogen. Somit konnte sich das Kolander-Team nicht weiter absetzen,
sondern mehr und mehr war nun Schriesheim am Drücker. Die Gastgeberinnen
holten Tor um Tor auf, egalisierten und gingen bei 12:11 erstmals selbst in
Führung. Nach knapp 27 Spielminuten betrug der Viernheimer Rückstand gar drei
Tore Differenz (14:11). Doch, im Vergleich zum Spiel in Brühl, zeigten die
Viernheimerinnen Moral. So gestaltete sich das Ergebnis bis zum Halbzeitpfiff
beim 14:13 schon wieder wesentlich freundlicher. Nach der Pause waren es Mohr
und Fischer die bei ihren Farben für Jubel sorgten und beim 15:15 den Ausgleich
schafften. Dietrich erzielte mit einem Dreierpack die Führung und verschaffte
wieder etwas Luft, ehe erneut Mohr und Fischer den 6:1 Lauf und somit die
stärkste Viernheimer Phase zur 16:20 Führung perfekt machten. Auf Viernheimer
Seite dachte man nun endgültig den Schriesheimer Kampfgeist besiegt zu haben.
Doch weit gefehlt: Beim 20:22 in der 50. Spielminute hatten die TV’lerinnen
wieder Lunte gerochen. Allerdings spielten die Viernheimerinnen die Begegnung
nun abgeklärt zu Ende und konnten sich einmal mehr auf Vanessa Reinhard, als
starken Rückhalt im Viernheimer Gehäuse, verlassen. Der Treffer zum 25:20
Endstand war Angelina Geißinger vorbehalten, die sich, genauso wie ihre
Schwester Larissa und die junge Pia Neuhäuser, nahtlos ins Mannschaftsgefüge
einreihte und somit den Arbeitssieg über Schriesheim ermöglichte.
Da sich am Ende der Begegnung auch noch Franziska Matthias an der Hand
verletzte, ist der Spitzenreiter nicht böse, dass nun erst einmal eine Woche
Spielpause ist, um die Wunden zu lecken.

Für den TSV AM. Viernheim spielten:
Vanessa Reinhard; Pia Neuhäuser, Steffi Dietrich (10/4), Julia Fischer (6), Lisa
Stein (1), Larissa Geißinger, Angelina Geißinger (2), Franziska Matthias (1), Lena
Schaal, Tamara Mohr (4) und Celine Schütz (2)

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