Die Vorzeichen vor dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger aus Rintheim hätten durchaus besser sein können. Sarah Bäcker und Torjägerin Anna Elfner fielen aus und hinter dem Einsatz von Jennifer Mieley und Steffi Dietrich stand ein Fragezeichen. Während Mieley sich rechtzeitig zum Wochenende gesund meldete, kam auch Dietrich nur zu einem Kurzeinsatz.
Dementsprechend fehlten Kolander gleich zwei Rückraumspielerinnen aus seiner Stammformation und er war zum Improvisieren gezwungen.
Die neue Startbesetzung brauchte etwas Zeit sich zu finden und Julia Fischer konnte die Viernheimerinnen erst in der fünften Spielminute mit dem ersten Treffer ins Spiel bringen. Da der gastgebende TSV zu diesem Zeitpunkt schon drei Mal eingenetzt hatte, sah man sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt mit 1:3 im Hintertreffen. Während man dem Gegner im Abwehrverbund zu viele Lücken offenbarte, ließ man in der Offensive selbst ein paar gute Torchancen aus. Auch der Fischer-Treffer brachte nicht die nötige Sicherheit ins Spiel der Südhessinnen. Stattdessen verliefen die nächsten Spielminuten nach dem gleichen Muster wie bisher: Rintheim durfte erneut drei Tore in Folge erzielen, ehe Lara Günther den zweiten Viernheimer Treffer markierte. Somit wuchs der Rückstand auf 2:6 an. Nach einem weiteren Rintheimer Treffer sah sich Kolander schon in der 13. Spielminute zum Nachjustieren gezwungen, nahm die erste Auszeit und wollte seine Mannschaft neueinstellen. Doch das Gegenteil sollte eintreffen: Rintheims Trainerin Michaela Jung-Grunert schien die richtigen Worte gefunden zu haben, die ihr Team in der Folge mit einem 4:0 Lauf zum 10:2 nutze. Zwar markierte Neuzugang Elisa Leusmann das 3:11, doch nach knapp 20 Spielminuten sah man sich beim Zwischenstand von 3:12 mit neun Toren im Rückstand. Sicherlich setzte kaum einer der mitgereisten Zuschauer noch einen Pfifferling auf die Viernheimerinnen. Kolander brachte Dietrich und es schien, als würde er zusätzlich zu dieser Einwechslung jeder Spielerin auch eine Portion Selbstbewusstsein mit auf die Platte geben. Dem Siebenmetertreffer zum 4:12, setzte Rintheim noch ein Tor entgegen, doch dann starteten die Südhessinnen mit einem eigenen 4:0 die große Aufholjagd. Dietrichs vierter Treffer zum 8:13 ließ das Ergebnis schon etwas erfreulicher aussehen. Es machte sich jedoch ab diesem Zeitpunkt vermehrt bemerkbar, dass die Südhessinnen nicht nur gegen den TSV Rintheim ankämpfen mussten, sondern auch die Schiedsrichter mit einigen fragwürdigen Entscheidungen gegen sich hatten. Zu allem Übel fand praktisch mit der Halbzeitsirene, in Unterzahl und im dritten Anlauf, nach zwei Paraden von Vanessa Reinhard, der Ball doch noch den Weg ins Viernheimer Gehäuse zum 9:16 Zwischenstand.
Doch weder durch diese Tatsache, noch durch die zehnminütige Halbzeitpause ließen sich die Südhessinnen noch einmal aus dem Konzept bringen. Sie waren nun vollends in der Begegnung angekommen. Leusmann erzielte mit dem ersten Viernheimer Ballbesitz nach der Pause das 10:16. Als Tamara Mohr in der 41. Spielminute das 17:21 beisteuerte, hatte sich das Blatt komplett gewendet und man merkte den Gastgeberinnen die zunehmende Verunsicherung an. Denn auch Reinhard konnte immer wieder Akzente setzen und die Wurfversuche ihrer Gegnerinnen entschärfen. Nun wechselten sich Mieley und Mohr mit dem Torewerfen ab. Mohr war es dann auch in der 55. Spielminute, die mit ihrem fünften Treffer den ersten Ausgleich zum 23:23 erzielte. Es folgten knapp drei torlose Spielminuten. Doch in diesem Spielabschnitt sollte die Auszeit Kolanders seine Wirkung nicht verfehlen: Franziska Matthias netzte im Folgeangriff zur 24:23 Führung ein. Den Ausgleich Rintheims beantwortete Fischer prompt mit einem schnellen Gegenstoßtreffer, ehe erneut Matthias mit dem 26:24 die Weichen endgültig auf Sieg stellte und sich und ihre Mitspielerinnen für eine tadellose Kampfleistung in den letzten 40 Spielminuten belohnte.
Für den TSV Am. Viernheim spielten:
Vanessa Reinhard; Elisa Leusmann (3), Jacqueline Stein, Steffi Dietrich (5/2), Jennifer Mieley (3), Julia Fischer (6), Lisa Stein (1), Lara Günther (1), Luisa Hoffmann, Vivienne König, Franziska Matthias (2), Lena Schaal, Tamara Mohr (5) und Celine Schütz

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